Auswärtsaufgabe in Pirna, schwierige Vorzeichen – und am Ende wieder das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Beim 27:20-Erfolg der SG Pirna/Heidenau II müssen sich die Bierstadthelden vor allem an die eigene Nase fassen.
Der Start in die Partie war ordentlich, doch schnell zeigte sich eines der zentralen Probleme des Abends: Der Angriff lief insgesamt nicht effektiv genug. Zu oft fehlten Abstimmung, Klarheit und die nötige Härte in den Aktionen. Immer wieder erspielten sich die Radeberger zwar Abschlüsse, scheiterten dann aber entweder an sich selbst oder am stark aufgelegten gegnerischen Torhüter, der zahlreiche gute Wurfgelegenheiten entschärfen konnte.
Defensiv dagegen zeigte die Mannschaft eine insgesamt gute Leistung. Der gefährlichste Pirnaer Schütze, Marian Bergmann, wurde über weite Strecken gut kontrolliert und immer wieder in ungünstige Wurfsituationen gezwungen. Dass er am Ende dennoch auf sieben Treffer kam, relativiert sich dadurch, dass er dafür um die zwanzig Wurfversuche brauchte. Die Abwehr zwang Pirna häufig zu schwierigen Abschlüssen und hielt die Gastgeber lange Zeit in Schlagdistanz.
Zur Halbzeit lag man dennoch mit 14:9 zurück, ein Rückstand, der groß, aber nicht unaufholbar ist. Und das zeigten die Gäste, direkt nach Anpfiff starteten sie eine Aufholjagd und so stand es auf einmal 14:12. Doch dann bekam man wie so oft wieder Angst vor der eigenen Courage, scheiterte im Angriff und lud die Gegner zu schnellem Umschaltspiel ein. So brauchten sie nicht lange, um von 14:12 auf 19:12 zu stellen. In diesen Phasen fehlte es jedoch an Konsequenz und Kaltschnäuzigkeit. Statt einfacher Tore leistete man sich überhastete Abschlüsse und technische Fehler – und nahm sich damit selbst die Möglichkeit, das Spiel zu kippen. Doch selbst mit diesem Rückstand gab sich Radeberg nicht auf, spielte weiter mit und konnte den Rückstand sogar verkleinern. Doch näher als bis auf 4 Tore kam man nicht mehr heran, weil einfach die Zeit davonschwamm. Nach 55 Minuten stand es 24:20. Das ist noch möglich aufzuholen. Aber nicht, wenn man darauf angewiesen ist, schnelle Tore zu erzwingen und die Gastgeber die Schlussphase einfach routiniert runterspielen können. Die entstehenden Räume nutzte Pirna clever, nahm Tempo aus dem Spiel und baute die Führung am Ende sogar noch aus.
So bleibt unter dem Strich eine Niederlage, die sich vor allem deshalb bitter anfühlt, weil sie vermeidbar gewesen wäre. Die Defensive zeigte, dass sie auch gegen starke Einzelspieler bestehen kann – im Angriff hingegen fehlten an diesem Tag Durchschlagskraft, Präzision und die letzte Überzeugung.
Es spielten:
Wagner, Rathmann (beide Tor), Richter (2/2), Zimmermann (1), Lindner (1), Spittel (1), Rudolph (4), F. Bellmann (4), Herkenrath, Würfel (1), Kempe, Kasper, Bundtke (1), T. Bellmann (5)












