SG Pirna/Heidenau II – Radeberger SV 27:20

Auswärtsaufgabe in Pirna, schwierige Vorzeichen – und am Ende wieder das Gefühl, dass mehr drin gewesen wäre. Beim 27:20-Erfolg der SG Pirna/Heidenau II müssen sich die Bierstadthelden vor allem an die eigene Nase fassen.

Der Start in die Partie war ordentlich, doch schnell zeigte sich eines der zentralen Probleme des Abends: Der Angriff lief insgesamt nicht effektiv genug. Zu oft fehlten Abstimmung, Klarheit und die nötige Härte in den Aktionen. Immer wieder erspielten sich die Radeberger zwar Abschlüsse, scheiterten dann aber entweder an sich selbst oder am stark aufgelegten gegnerischen Torhüter, der zahlreiche gute Wurfgelegenheiten entschärfen konnte.

Radeberger SV vs. HSV Weinböhla | 37:30 (13:21)

Was war das denn bitte am vergangenen Wochenende im Radeberger BSZ? Wäre ich zahlender Zuschauer gewesen, hätte ich nach der ersten Halbzeit wohl mein Eintrittsgeld bei der Mannschaft zurück verlangt und wäre nach Hause gegangen. Ein müdes und zum Teil völlig überhebliches Auftreten der Bierstadthelden, bei denen mit einigen Ausnahmen kein Akteur auch nur annähernd sein Leistungsvermögen abrufte. Im Angriff wurden Spielzüge ohne Überzeugung oder der notwendigen Bewegung gespielt, die Stammakteure versuchten es über Einzelaktionen ohne die breite des Spielfeldes zu nutzen und auf der Bank brach pure Fassungslosigkeit aus - wen bringen, wen runternehmen, um doch irgendwie ins Spiel zu finden. Die Auszeit nach nur fünf Spielminuten (1:5) sollte den Fehlstart verhindern, doch verpuffte. Der HSV spielte weiter munter auf - einfache Konter aufgrund des mangelnden RSV Rückzugverhaltens, Durchsetzungsstark im 1-gegen-1 aufgrund fehlender Körpersprache beim Gastgeber. Das 3:12 nach 12 Spielminuten ließ schlimmes erahnen. Ben Leuteritz erwischte eine Sahne-Halbzeit und trug seine Farben. Einige Fehler im HSV Spielaufbau und viel Duvnjak-Esprit durch René Rudolph erlaubten es den Gastgebern immerhin das Spiel bei -8 Toren zu halten (13:21).

Kurz vor dem ersten Advent brannte in der Oberlausitz bereits die Luft. In Duellen zwischen Rietschen und Radeberg gab es an diesem Samstag auf beiden Seiten lachende und weinende Gesichter. Zunächst durften sie die C-Jugendlichinnen von Rietschen über einen knappen Sieg freuen, ehe die 2. Vertretung der RSV-Damen nach einem Stotterstart noch einen deutlichen Auswärtssieg einfuhren. Als dann beide 1. Männermannschaften aufeinandertrafen, war der Höhepunkt erreicht. Es fehlten mit Wagner und Noack auf beiden Seiten wichtige Akteure, aber der Stimmung und Spannung tat das keinen Abbruch.