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Dienstag, 13 Januar 2026 18:37

Radeberger SV vs. HSV Weinböhla | 37:30 (13:21)

Was war das denn bitte am vergangenen Wochenende im Radeberger BSZ? Wäre ich zahlender Zuschauer gewesen, hätte ich nach der ersten Halbzeit wohl mein Eintrittsgeld bei der Mannschaft zurück verlangt und wäre nach Hause gegangen. Ein müdes und zum Teil völlig überhebliches Auftreten der Bierstadthelden, bei denen mit einigen Ausnahmen kein Akteur auch nur annähernd sein Leistungsvermögen abrufte. Im Angriff wurden Spielzüge ohne Überzeugung oder der notwendigen Bewegung gespielt, die Stammakteure versuchten es über Einzelaktionen ohne die breite des Spielfeldes zu nutzen und auf der Bank brach pure Fassungslosigkeit aus - wen bringen, wen runternehmen, um doch irgendwie ins Spiel zu finden. Die Auszeit nach nur fünf Spielminuten (1:5) sollte den Fehlstart verhindern, doch verpuffte. Der HSV spielte weiter munter auf - einfache Konter aufgrund des mangelnden RSV Rückzugverhaltens, Durchsetzungsstark im 1-gegen-1 aufgrund fehlender Körpersprache beim Gastgeber. Das 3:12 nach 12 Spielminuten ließ schlimmes erahnen. Ben Leuteritz erwischte eine Sahne-Halbzeit und trug seine Farben. Einige Fehler im HSV Spielaufbau und viel Duvnjak-Esprit durch René Rudolph erlaubten es den Gastgebern immerhin das Spiel bei -8 Toren zu halten (13:21).

Was der genannte Rudolph - in Abwesenheit von Trainer Käppler - in der Kabine für Worte an die Mannschaft richtete, ist dem Schreiberling leider nicht bekannt, der Funke und insbesondere Glaube an ein noch größeres Comeback als gegen Pulsnitz schien jedoch auf die Mannschaft übergesprungen zu sein. Die Abwehr nun mit schnellen Beinen, Aggressivität, wie ich sie gestern nur beim Football-Spiel der San Francisco 49ers gegen die Philadelphia Eagles gesehen habe. Die Mannen um Kempe-Mandalka standen füreinander ein, verteidigten fair von vorne und hatten im zweiten Spielabschnitt mit Jakob Wagner einen sicheren Rückhalt (...natürlich kann man in den ersten 12 Spielminuten auch keinen Ball halten, wenn man davon ausgegangen war, dass das Spiel erst 15 min später angepfiffen wird - kleiner Spaß am Rande). Jedenfalls schrumpfte der Vorsprung der Gäste binnen weniger Minuten zusammen - 36. Min: 20:24; 40. Min 22:25. Karl Bundtke erkämpfte sich nach seinem Fehlwurf den Ball wieder und verwandelte gegen zwei Gegenspieler zum vielumjubelten Ausgleich (44. Min, 25:25). Fortan war das Spiel entschieden. Weinböhla fehlten die Alternativen und der Glaube, gegen das Abwehrbollwerk zu bestehen. Die Ballgewinne in der Abwehr wurden zudem über unseren Flügelflitzer Florian Spittel sicher verwandelt und so wuchs der Vorsprung von 28:26 (47.), 32:28 (52.) bis zum Schlusspfiff auf sieben Tore an (37:30).
In über 25 Jahren Handball habe ich - der Schreiberling - solch ein Comeback noch nie erlebt. Aus -8 mache +7 - ein 24:9 in der zweiten Halbzeit, Zuschauer happy, Spieler erleichtert.

...und zum HSV Weinböhla: Nun ja, sie starteten stark in die Partie, nutzten die sich bietenden Möglichkeiten, waren selbst etwas schludrig in der zweiten Hälfte des ersten Spielabschnitts und wurden am Ende überrollt - so wie Radeberg in den ersten 11 Spielminuten.
Vieles - vielleicht sogar alles - passte bei den Bierstadthelden im zweiten Spielabschnitt, die Lehren sind dennoch daraus zu ziehen. Solch ein Comeback ist einmalig, die Einstellung gegen Pulsnitz am kommenden Sonntag, den 18.01.26 um 16 Uhr muss von Spielbeginn stimmen, denn sonst geht man gegen eine der Überraschungsmannschaften der Saison baden.

Es kämpften für den Radeberger SV im zweiten Spielabschnitt:
Renzing und Wagner (beide im Tor), Richter (3), Schulz (3/3), Lindner (3), Spittel (9), Rudolph (2), Mandalka (4), F. Bellmann (3), Zimmermann (1), Reinhardt (2), Kempe, Bundtke (3), T. Bellmann (4). 

RSV User