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Montag, 02 Dezember 2019 11:43

VL Männer: Radeberger SV – HC Elbflorenz III 44:30 (24:12)

Radeberg glückt die Heim-Revanche gegen Elbflorenz III

Am Samstag, dem 30. November, empfingen die Männer des Radeberger SV die Vertretung der dritten Mannschaft des HC Elbflorenz. Wer den Vorbericht gelesen hat, wird wissen: Blickt man etwas zurück, dann erkennt man, dass die Gäste regelrecht von einer Erfolgswelle in die Bierstadt getragen wurden. Aus den letzten 6 Spielen wurde nämlich nur eines verloren, die Vertretung des HC konnte sogar gegen die Mannen vom KJS gewinnen (ein Kunststück, welches bislang noch keiner weiteren Mannschaft der Liga gelungen ist). Blickt man noch etwas weiter zurück, dann erkennt man, dass Radeberg nicht nur nach dem verkorksten vorletzten Heimspiel gegen Radebeul, sondern auch nach dem verkorksten letzten Heimspiel gegen Elbflorenz III aus der letzten Saison Wiedergutmachungsarbeit zu leisten hatte. Das letzte Aufeinandertreffen in den heimischen Hallen konnte eine 8 Mann starke Dresdner Rumpftruppe mit 34:29 gewinnen- ein Erlebnis, welches über ein Jahr lang nicht vollständig aus den Köpfen der Radeberger Spieler gewichen ist.

Platz 2 gegen Platz 4, ein Topspiel erwartete die Fans! Auch Dresden schien für dieses Spiel sämtliche Geschütze aufzufahren, denn sie kamen mit 13 Mann, eine beinahe volle Bank. Doch Radeberg war gut auf den Gegner eingestellt und von Anfang an konzentriert bei der Sache. Pünktlich um 17:00 Uhr wurde angepfiffen.

Was dann folgte, wurde vermutlich von niemandem so vorhergesehen. Die ersten 20 Minuten waren einfach magisch, es klappte beinahe alles. Die Top-Torschützen des HC-Rückraums, Lars Lumpe und Sebastian Geyer, wurden durch ein sehr gut aufeinander abgestimmtes Abwehr- und Torwartspiel weitestgehend neutralisiert und das etwas zögerliche Rückzugsverhalten der Gäste wurde gnadenlos durch überfallartige Konter bestraft. Obwohl Florian Klinkert auf der Radeberger Linksaußenposition berufsbedingt fehlte, war in dieser Phase absolut kein Qualitätseinbruch bemerkbar, weil er von Ludwig Masula in beeindruckender Manier ersetzt wurde. Nach 5 Minuten stand es 5:1 (Auszeit Gäste), nach 15 Minuten 13:3 (erste 2 Minutenstrafe wegen Meckerns gegen die Gäste), nach 19 Minuten 17:4 (2. Auszeit Gäste), nach 21 Minuten und 21 Sekunden erzielte Tim Röseler das 19:5. Es war einfach spektakulär. Die Radeberger Tore fielen in dieser Phase quasi im Minutentakt, während der Rückraum der Gäste sich am Radeberger Mittelblock ein ums andere Mal die Zähne ausbiss. Großen Anteil hatte dabei der Kapitän David Fährmann, der nicht nur flink und athletisch überall zu finden war und den gegnerischen Shootern das Leben schwer machte, sondern der auch geistesgegenwärtig ein ums andere Mal den Tempogegenstoß einleitete.

Nach dem 19:5 fing sich Dresden, während Radeberg einen Gang zurückschaltete. Ab da zeigten die Gäste ihre Qualitäten. Obwohl Radeberg weiter einnetzte, konnte die Abwehr nun öfters überwunden werden, was auch die Tempogegenstöße erschwerte. Dresden arbeitete sich bis an ein 23:12 heran und hatte den letzten Angriff. Doch weil ein weiter Einwurf des Torwarts vom schnell schaltenden Albrecht Gerstenhauer abgefangen und mit freundlicher Unterstützung des Innenpfostens direkt verwandelt wurde, ging es mit 24:12 in die Kabine.

Jetzt bloß nicht nachlässig werden, das war die Devise. Dass gegen die erfahrenen Männer von Elbflorenz selbst eine hohe Pausenführung nicht ausreicht, musste in dieser Saison bereits Bernstadt sehr schmerzlich erfahren, als Dresden einen 7 Tore Rückstand noch in einen Sieg umwandeln konnte.

Doch Radeberg meisterte auch diese letzte Herausforderung. Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt- man begann konzentriert, konnte zügig das 28:14 erzielen und der Spielstand mäandrierte in der Folge um diesen 14-Tore Vorsprung herum. Torhüter Silvio Rathmann wurde eingewechselt und konnte erneut mit mehreren starken Paraden überzeugen. Coach Gnädig konnte jedem Einsatzzeiten geben und die Jungen konnten zeigen, was sie können. Und das zeigte sich- außer den beiden Torhütern konnte sich nämlich jeder Spieler in die Torschützenliste eintragen. 7 Spieler konnten mindestens 4 Tore erzielen, was erneut unterstreicht, dass dieses Spiel von der Mannschaft und nicht einer einzelnen Person entschieden wurde. Bei Schlusspfiff stand am Ende ein 44:30 auf der Anzeigetafel.

Selbst wenn es streckenweise barbarisch gut war, muss man auch bei diesem Spiel ehrlich sein- 30 Gegentore ist zu viel. Allerdings, und auch da muss man ehrlich sein, ist es ebenfalls schwer in der Abwehr voll fokussiert zu bleiben, wenn die Mannschaft schon mit 14 Toren Vorsprung führt. Man braucht in der Abwehr Leute, die sich lachend in die Kreissäge stürzen und das war die ersten 20 Minuten definitiv gegeben, ließ aber nach, als es dann nur noch darum ging, wie hoch der Sieg ausfällt. Nichtsdestotrotz wird das in den nächsten Trainingseinheiten angesprochen und es wird weiter gefeilt. Es muss weiter gefeilt werden, denn es gibt wie immer Verbesserungspotenzial und das muss ausgeschöpft werden, denn im nächsten Spiel geht es erneut gegen einen starken Gegner.

Mittlerweile ist es ein vertrautes Gefühl, es geht (wie schon gegen Rietschen und Elbflorenz III) gegen den Viertplatzierten der Liga, diesmal ist es der ESV. Auswärts in Dresden, da wartet ein steiler Berg auf die Männer der Bierstadt. Nun ist die Devise, auf gar keinen Fall nachzulassen. Denn bloß weil man aus den letzten Spielen hohe Siege einfahren konnte, kann man sich davon in der kommenden Partie nichts kaufen. Die Brust wird geschwellt, aber die Füße bleiben auf dem Boden.

Es spielten:

Rathmann, Wagner (beide Tor), Richter (7), Sieberth (5), Schulz (4/2), Röseler (2), Gerstenhauer (3), Masula (7), Fährmann (4), Stein (5), Herrmann (1), Schott (5), Kempe (1)

Bericht: J. Wagner

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